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Top 7 Mythen

Top 7 Mythen

Moderne Mythen zum Kunststoffrecycling

Recycling ist ein Begriff aus den 20er Jahren. Aber erst in den letzten Jahren ist das Thema wichtig und brisant geworden. Auch in der Kunststoffindustrie. Ökologische und ökonomische Aspekte überzeugen heute immer mehr und machen Kunststoffrecycling letztlich unumgänglich. Beim Kunststoffrecycling ist die Schweiz spitze! Wahr oder falsch? Testen Sie Ihr Wissen zum Thema Kunststoffrecycling. Lernen Sie die 7 Mythen kennen und was es wirklich damit auf sich hat. Sie werden sich wundern..

Mythos 1

Kunststoffabfälle werden exportiert und landen am Ende auf Deponien, wo Menschen unter misslichen Bedingungen die Ware von Hand sortieren.

Fakt ist:
Leichtverpackungen aus Kunststoff, Verbundstoffe, Metalle (Altmetall, Weissblech, usw.) werden in Deutschland im Gelben Sack oder der Gelben Tonne gesammelt. Die daraus gewonnenen Kunststofffraktionen sind vergleichbar mit denen aus unserem Sammelsack für Haushaltskunststoffe. Laut Fachzeitschrift EUWID 4/2018 werden aus dem dualen System in Deutschland jährlich rund 100‘000 Tonnen Kunststoff zum Recycling exportiert, davon nur ein geringer Anteil nach China. Der Grossteil der 2016 aus Deutschland nach China ausgeführten rund 767‘000 Tonnen Kunststoffabfälle stammte aus Gewerbe und Industrie.
Das Trennen von Haushaltskunststoffen ist technologisch und wirtschaftlich machbar. Heute lassen wir die Haushaltskunststoffe im grenznahen Österreich und Deutschland sortieren. Sobald in der Schweiz über 10‘000‘000 kg Haushaltskunststoffe pro Jahr gesammelt werden, lohnt sich der Bau einer eigenen Sortieranlage. Je mehr Schweizerinnen und Schweizer mitmachen, umso schneller kann dieses Ziel erreicht werden.

>> Schweizer Ethikpreis für Sammelsack
>> Umweltarena Schweiz
>> Warum Kunststoffrecycling mit dem Sammelsack Sinn macht

Mythos 2

Nur gerade 4% des weltweiten Erdölverbrauchs wird für die Kunststoffproduktion verbraucht.

Fakt ist:
Zu den 4% für die Kunststoffherstellung kommen weitere 4% für die Erdölförderung, Verarbeitung und Transport hinzu. Gesamthaft werden also 8% des weltweiten Erdölbedarfs für Kunststoffe eingesetzt. Die Schweiz verarbeitet insgesamt 1‘000‘000‘000 Kilogramm Kunststoff pro Jahr. Pro Kopf und Jahr werden in der Schweiz damit 6mal mehr Kunststoffhalbfabrikate und -produkte verarbeitet bzw. hergestellt wie in den EU-Staaten. Reiht man die weltweit produzierte Kunststoffmenge in gefüllten Normschiffscontainer aneinander, so würden diese heute 2,5mal um die ganze Erde reichen. Steigt die Kunststoffmenge weiter um 4% pro Jahr an, so haben wir bereits in weniger als 20 Jahren eine Verdoppelung der heutigen Kunststoffmenge.

>> Bundesamt für Energie (BFE)
>> Warum Kunststoffrecycling mit dem Sammelsack Sinn macht

Mythos 3

Eine Sammlung für Haushaltskunststoffe ist höchst ineffizient und fragwürdig, weil höchstens 3,6% des Haushaltskehrichts rezyklierbare Kunststoffe sind.

Fakt ist:
Jeder Schweizer produziert heute 700 Kilogramm Abfall pro Kopf und Jahr. Das ist doppelt so viel wie im EU-Durchschnitt. Die BAFU-Erhebung über die Kehrichtzusammensetzung zeigt, dass darin 11% Kunststoffe, 5,7% Verbundverpackungen, 2,2% Kunststoffbehälter enthalten sind. Damit sind potenziell rund 20% der gesamten Kehrichtmenge oder 320‘000‘000 Kilogramm Kunststoffabfälle im Kehricht vorhanden, welche sinnvoller in einem Stoffkreislauf geführt werden könnten.
Die technische Recyclingquote ist immer tiefer als die eigentliche Recyclingquote, da im Aufbereitungs- und Verarbeitungsprozess selber auch immer Verluste auftreten. Darum ist die technische Recyclingquote tiefer als die eigentliche Recyclingquote. Für eine qualifizierte Aussage müssen also immer beide Recyclingquoten betrachtet werden. Gegner des Kunststoffrecyclings benützen gerne nur die technische Recyclingquote, weil diese tiefer ist und das Kunststoffrecycling schlechter darstellt, als es in Wirklichkeit ist. Gemäss der EMPA-Untersuchung liegt die technische Recyclingquote heute durchschnittlich bei 47% und die Recyclingquote bei 61%, womit die zurückgewonnen Wertstoffe aus dem Sammelsack gemeint sind.

>> Bundesamt für Umwelt BAFU zur Kehrichtzusammensetzung
>> Eidgenössische Material- und Prüfungsanstalt EMPA zur Recyclingquote

Mythos 4

Nur sortenreine Separatsammlungen wie für PET-Getränkeflaschen oder Plastikflaschen sind sinnvoll. Bei anderen Lebensmittelverpackungen werden Additive eingesetzt, die ein Recycling verunmöglichen.

Fakt ist:
Mit Additiven werden im Herstellungsprozess von Kunststoffen die Materialeigenschaften gezielt verändert. Dazu gehören Weichmacher, Stabilisatoren, Farbmittel und Füllstoffe. Etwa zwei Drittel der weltweit hergestellten Additive werden für die Produktion von PVC (Polyvinylchlorid) aufgewendet und somit mit Schadstoffen belastet. Damit werden heute unter anderem Schlauchboote, Kinder-Planschbecken und Baurohre hergestellt. Solche Produkte sind im EU-Raum für Spielzeuge, Lebensmittelverpackungen und Babyprodukte jedoch verboten.
Haushaltskunststoffe sind in der Regel Lebensmittelverpackungen und müssen hohe Qualitäts- und Hygieneanforderungen erfüllen. Lebensmittelverpackungen sind also qualitativ hochwertige Kunststoffe und nur kurz im Umlauf. Darum sind diese besonders für das Recycling geeignet.
Eine Ökobilanzstudie im Auftrag des Amtes für Umwelt des Kantons Thurgau zeigt, dass aus Ressourcen- und Umweltsicht die gemischte Kunststoffsammlung besser als eine Selektivsammlung (z.B. nur Milchflaschen ohne PET) abschneidet. Es würde sich sogar lohnen, nicht rezyklierbare Abfallstoffe mitzusammeln, weil so deutlich grössere Materialmengen in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

>> Carbotech im Auftrag des Umweltamtes des Kantons Thurgau (siehe Seite14)
>> Starten statt warten - mit dem Sammelsack für Haushaltskunststoffe bin ich dabei

Mythos 5

Kunststoffrecycling ist sinnlos, weil die Kehrichtverbrennung in der Ökobilanz ebenso gut abschneidet.

Fakt ist:
Kunststoff ist erdölbasiert und ein wichtiger, unverzichtbarer Rohstoff für Haushalt, Gewerbe und Industrie. Wird Kunststoff recycelt, wird der Erdölverbrauch reduziert und damit der CO2-Ausstoss gesenkt. Jedes Kilogramm Haushaltskunststoff, das recycelt und nicht verbrannt wird verhindert so 2,83 kg CO2 und spart den Verbrauch von bis zu 3 Liter Rohöl. In der Gesamtumweltbilanz schneidet Kunststoffrecycling tatsächlich vergleichbar wie andere bestehende Recyclingsysteme (Glas, PET) ab. Bei der Klima- und Energiebilanz jedoch ist Kunststoffrecycling unschlagbar und Spitzenreiter.
Die EMPA kommt in ihrer Untersuchung Gemischte Sammlung von Kunststoffen aus Haushalten 2017 zur folgenden Erkenntnis: «Im Vergleich zur Gesamtumweltbelastung und den CO2-Emissionen, die durch den Schweizer Konsum verursacht werden, ist die Reduktion durch eine gemischte Kunststoffsammlung relativ gering. Wird diese Reduktion aber in Bezug auf die von der Abfallwirtschaft verursachten CO2-Emissionen betrachtet, so wird die Einsparung bedeutend. Die gemischte Sammlung hätte das Potenzial, zukünftig einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen zu leisten.»
Mit dem Kunststoffrecycling lässt sich die Umweltbelastung gegenüber einer KVA um 40 bis 80 Prozent reduzieren. Auch die Verwertung im Zementwerk der nicht recycelbaren Kunststoffabfälle ist tatsächlich ökologischer als in der KVA, weil damit Importe von Kunststoffneumaterial und Kohle eingespart werden. Zudem beträgt der Wärmenutzungsgrad im Zementwerk nahezu 100 Prozent zur Herstellung von Zement (Grundlage von Beton).

>> EMPA-Monitoring-Bericht
>> PUSCH-Positionspapier
>> Carbotech im Auftrag des Amtes für Umwelt des Kantons Thurgau
>> Warum Kunststoffrecycling mit dem Sammelsack Sinn macht

Mythos 6

Für privatwirtschaftliche Entsorgungsunternehmen ist es lukrativ Kunststoffe zu sammeln. Der Bürger greift dafür doppelt ins Portemonnaie - einmal für den Kehrichtsack und einmal für den Sammelsack.

Fakt ist:
Mit dem Kauf des Sammelsacks zahlen Bürgerinnen und Bürger einen fairen Recyclingbeitrag und decken damit die gesamten Kosten für Sammlung, Logistik und Wiederverwertung (stoffliches Recycling). Dies ermöglicht einen verursachergerechten und langfristig gesicherten Betrieb des Kunststoffrecyclings. Kunststoffe separat trennen halbiert den gewöhnlichen Haushaltkehricht. Damit sparen Haushalte unter dem Strich und leisten mit der umweltgerechten Entsorgung einen guten Dienst an unserer Umwelt.

>> Wie Sie beim Haushaltsbudget sparen können (siehe letzte Seite)

Mythos 7

Kunststoffrecycling in der Schweiz lohnt sich nicht.

Fakt ist:
Während das Thema in der Schweiz diskutiert wird, handeln andere Länder bereits. In mehreren europäischen Ländern (Österreich, Deutschland, Belgien, etc.) ist das Recycling von Haushaltskunststoffen seit Jahren erfolgreich etabliert. In den letzten 12 Jahren wurden in der Schweiz 9 bedeutende Studien zu Kunststoffrecycling erstellt. Ein aktuelles, faktenbasiertes Gutachten hat genau diese Studien untersucht und kommt zum eindeutigen Resultat:
- Der ökologische Mehrwert ist unbestritten.
- Die Nettokosten von Kunststoffrecycling liegen substanziell tiefer als jene bei der KVA-Entsorgung.
- Mit professioneller Sammlung und verbesserter Sortiertechnik nimmt die Qualität des Recyclingkunststoffs weiter zu. Die stoffliche Verwertungsquote liegt heute fast immer über 50%.

>> Fachlich unabhängiges Gutachten von EBP Zürich und IWSB Basel

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