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INNOrecycling

Häufige Fragen zum Kunststoff-Recycling

"Dem guten Frager ist schon halb geantwortet."

1. Gibt es einen geeigneten Sammelbehälter bzw. -ständer für die 60 Liter-Kunststoff-Sammelsäcke?
Ein praktischer und einfacher Sammelbehälter für 60 Liter- und 110 Liter-Sammelsäcke kann bei InnoRecycling AG bezogen werden. Dieser Sammelsack-Ständer ist geeignet für den Privathaushalt und das Büro, also für Innenbereiche wie Kantine, Werkstatt, Garage oder Keller. Nähere Infos finden Sie unter http://www.sammelsack.ch/de/recycling-ideen-fuer-sie

2. Warum ist das PET-Symbol auch auf dem Kunststoff-Sammelsack? PET-Flaschen können doch gratis bei COOP und Migros abgegeben werden.
Aus PET werden nicht nur Getränkeflaschen hergestellt, sondern auch diverse Behälter, Lebensmittelverpackungen, Shampoo- und Essigflaschen. Die PET-Hohlkörper im Sammelsack werden beim Sortieren getrennt und gelangen so zurück in den PET-Kreislauf. Da bereits auf jeder gekauften PET-Getränkeflasche eine vorgezogene Recyclinggebühr vom Konsumenten bezahlt wird, können diese Flaschen gratis an den Verkaufsstellen des Detailhandels abgegeben werden.

3. Gehört Tetrapak (Getränkekarton) in den Sammelsack oder nicht?
Grundsätzlich begrüssen wir es sehr Getränkekartons zu sammeln. Aber wegen bürokratischer Hürden müssen wir zum heutigen Zeitpunkt auf die gemeinsame Sammlung von Haushaltskunststoffverpackungen mit Getränkekartons zusammen noch verzichten. Sobald die in der Schweiz geplante Sortieranlage zustandekommt und die Sortierung zu 100% in der Schweiz stattfindet, sollte es keine Hürden mehr geben. Ab dann können Getränkekartons auch im Sammelsack mitsammelt werden.

4. Warum sind die Verkaufspreise bzw. Recycling-Beiträge für die Kunststoff-Sammelsäcke regional oder kantonal unterschiedlich festgesetzt?
Der Recycling-Beitrag richtet sich nach den lokalen und regionalen Gegebenheiten (Logistik, urban, ländlich, etc.). Wie bei den Kehricht-Sackgebühren treten also regionale und kantonale Preisunterschiede auf. So betragen die Gebühren für eine 60 Liter-Kehrichtsack-Rolle à 10 Säcken vergleichsweise im Thurgau CHF 30.-, in Schaffhausen CHF 38.-, in St.Gallen/ Rorschach/ Appenzell (A-Region) CHF 35.- und in Bern CHF 27.-.

5. Darf man auch Sagex bzw. Styropor mit dem Kunststoff-Sammelsack entsorgen?
Grundsätzlich empfehlen wir, Sagex bzw. Styropor (PS-Hartschaum) an den offiziellen Sammelstellen zu entsorgen. Sagex im Kunststoff-Sammelsack wird aussortiert und der Verbrennung im Zementwerk oder der KVA zugeführt. Ein stark zunehmender Anteil an Sagex im Kunststoff-Sammelsack würde die Recyclingquote der reinen Kunststoffe herabsetzen.

6. Warum können Gartenschläuche und Planen (Blachen) nicht mit dem Kunststoff-Sammelsack entsorgt werden?
Der Schlauch ist ein sehr häufig eingesetztes Fördermittel für feste, flüssige und gasförmige Medien. Der vielschichtige Aufbau eines Schlauches (Gewebe, Textil oder Drahtgeflecht, unterschiedliche Materialen je nach Anwendung) verunmöglichen eine sinnvolles Recycling. Darum gehören Schläuche in die Kehrichtentsorgung.

7. Wie werden die gemischten Kunststoffabfälle aus Haushalten im Sammelsack konkret sortiert?
Eine wirtschaftliche und ökoeffiziente Sortierung ist nur auf einer modernen Sortieranlage mit Multisensorsystemen möglich. Das Anlagenlayout, der Mengendurchsatz, sowie die Trennschärfe der Sortieranlage müssen auf die Gewinnung der geforderten Kunststoffqualitäten abgestimmt sein. Die nächstgelegene Sortieranlage steht im Vorarlberg. In der Schweiz gibt es noch keine vergleichbare Sortieranlage für gemischte Kunststoffabfälle aus Haushalten. Im gesamtschweizerischen Konzept „Green Plastics“ ist jedoch vorgesehen, dass dieser Arbeitsschritt künftig in der Schweiz abgewickelt wird. Anfangs 90er Jahren wurden teilweise gemischte Kunststoffballen aus Deutschland (DSD-System) nach China transportiert und dort handsortiert, um die gewünschten Kunststofffraktionen daraus zu gewinnen. Heute sind in Deutschland rund 90 Sortieranlagen in Betrieb: technische Innovationen in der Sortier- und Anlagentechnik ermöglichen heute zuverlässiger, wirtschaftlicher und vor allem mit besserer Qualität zu sortieren.

8. In den Medien liest man, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststoffen 130 Kilogramm beträgt, stimmt das?
Deutschland ist der grösste Hersteller und Verarbeiter unter den 27 EU-Mitgliedsstaaten inkl. Norwegen. In diesem Wirtschaftsraum wurden 2007 insgesamt rund 65 Millionen Tonnen Kunststoffe hergestellt (ca. 15 Prozent der weltweiten Produktion) und 52,5 Millionen Tonnen, drei Prozent mehr als 2006, zu Produkten verarbeitet. Schätzungen zufolge wird der Pro-Kopf-Verbrauch im westeuropäischen Wirtschaftsraum bis zum Jahr 2020 von heute rund 130 Kilogramm auf über 150 Kilogramm pro Jahr anwachsen. Der Verbrauch an Kunststoffen steigt in praktisch allen Branchen. So profitieren zum Beispiel Fahrzeuge vom tieferen Gewicht und hochentwickelten Kunststoffteilen. Immer mehr Lebensmittel werden in Kunststoff verpackt. Ein jährliches Wachstum von 4% würde in weniger als 20 Jahren zu einer Verdoppelung der heutigen Mengen führen.

9. Lassen sich bioabbaubare und biobasierte Kunststoffe rezyklieren.
Noch liegt der Marktanteil von Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen (biobasierte Kunststoffe) unter einem Prozent. Mitunter werden sie auch Biokunststoffe genannt, doch ist der Begriff unscharf, weil damit auch so genannte bioabbaubare Kunststoffe gemeint sein können. Bioabbaubar können aber sowohl konventionelle Kunststoffe als auch solche aus nachwachsenden Rohstoffen sein. Und leider nicht alle biobasierten Kunststoffe sind auch bioabbaubar. Ein Beispiel sind biologisch abbaubare Müllbeutel für organische Abfälle, damit die Verpackung samt Inhalt kompostiert werden kann. In der Landwirtschaft sind es die Agrarfolien, die direkt nach Gebrauch untergepflügt werden können. Obst und Gemüse wird heute teilweise bereits in wasserdampfdurchlässigen Folien aus Polylactid (PLA) verpackt. Biologisch abbaubare Kunststoffabfälle können durch Kompostierung (aerob) oder Vergärung (anaerob) behandelt werden. Nicht immer bringen biobasierte oder bioabbaubare Kunststoffe der Umwelt tatsächlich Vorteile. So gelten sie heute im Kunststoffrecycling als Störstoffe.

10. Warum ist Kunststoff-Recycling sinnvoller als die Verbrennung in einer KVA?
Alle bisher durchgeführten Ökobilanzen kommen zum gleichen Resultat: Mit dem Kunststoff-Recycling lässt sich gegenüber einer Entsorgung in einer modernen Kehrichtverbrennungsanlage die Umweltbelastung um 40% bis 80% reduzieren. Kunststoff-Recycling ist die höchste Verwertungsart nebst allen anderen Verwertungsvarianten und ermöglicht die bestmögliche Ausbeute an gebundener Energie (Graue Energie) und Material. Die Verbrennung, selbst in modernen Kehrichtverbrennungsanlagen, stellt immer eine Materialvernichtung dar und somit ist auch die Graue Energie für immer verloren. Bei einer flächendeckenden Kunststoffsammlung in der Schweiz würden 2'500 Tonnen CO2 pro investierte Million CHF eingespart. Das ist 15mal mehr als mit dem nationalen Gebäude-Sanierungsprogramm heute erreicht wird. Also auch hinsichtlich Klimaschutz hat das Kunststoff-Recycling die Nase vorn. Pro Kilogramm wiederverwerteten Kunststoff spart man 2,83 kg CO2 gegenüber der Verbrennung ein. Für die Herstellung von rezykliertem Kunststoff benötigt man nur halb so viel Energie wie für Neukunststoff und spart bis zu 3 Liter Erdöl pro Kilogramm Kunststoff ein. Für die ganze Schweiz bedeutet dies eine Erdöleinsparung von 124 Millionen Liter. Das Deutsche Umweltbundesamt äussert sich wie folgt: "Die Erde benötigt eine Million Jahre, um so viele fossile Brennstoffe zu bilden, wie sie die Menschheit derzeit in einem Jahr verbraucht."

11. Wie sollen Silage-Folien von bäuerlichen Betrieben und der Landwirtschaft verwertet werden?
In der Schweiz gibt es bereits rund 100 regionale Sammelstellen für Silage-Folien. Auf einer Karte können Sie Ihre nächstgelegene Annahmestelle (unser RESI-Partner, RESI = Recycling von Silage-Folien) finden, unter http://www.resi.ch/de/entsorgungspartner-finden
Die RESI-Partner liefern die gesammelten Silofolien nach Eschlikon TG zur InnoPlastics, wo sie zuerst von Verunreinigungen wie Metallen, Gras, Holz, Steinen und Erde befreit werden. Dann zerkleinert, gewaschen und getrocknet. Die sauberen Kunststoff-Schnipsel kommen in einen Extruder, welcher den Kunststoff schmilzt und zu linsenförmigem Recycling-Granulat verarbeitet, dem Regranulat. Aus diesem Halbfabrikat produziert die Kunststoff verarbeitende Industrie wieder neue Kunststoffsäcke und Folien für die Bau- und Landwirtschaft.